Das Bürgerbegehren mit dem zynischen Namen „Bahnhof mit Zukunft“ hat das Quorum von 20.000 Unterschriften entgegen wiederholter Aussagen der Initiatoren nicht erreicht. Auch tausende nachgereichte Unterschriften reichten nicht aus. Ziel der Initiative war, die Bebauung des Gleisfelds, wo das neue Europaviertel entstehen soll, zu verhindern – also das Gegenteil von Zukunft, sondern das Konservieren einer Brachfläche der Gegenwart. Unsinn, denn Wohnungen und Grünflächen braucht die Stadt, findet Stadtrat Dr. Cornelius Hummel:
„Das heute gescheiterte Bürgerbegehren ist nur ein erneuter Versuch einer kleinen politischen Minderheit, verbissen immer weiter gegen ein Großprojekt zu agitieren, das sich längst in seinen letzten Zügen der Fertigstellung befindet. Mit der Realisierung von Stuttgart 21 bietet sich der Landeshauptstadt die einmalige Möglichkeit Wohnungen und Grünflächen von höchster Aufenthaltsqualität in 1A Lage zu schaffen. Die Zeit für ideologische Hinhaltetaktiken ist vorbei – die Realitäten und auch der Bürgerwille sind ein anderer, wie einmal mehr dieses gescheiterte Bürgerbegehren zeigt.“ Für die FDP-Fraktion ist damit endgültig klar: die großen Chancen, die die Realisierung von Stuttgart 21 nach der langen Bauzeit für die angespannte Wohnungssituation bieten, müssen nun auch konsequent ergriffen werden. Diese Ansicht wird offensichtlich auch von einer breiten Bevölkerungsmehrheit in Stuttgart getragen. In diesem speziellen Fall seltsamerweise aber ausgerechnet nicht von denjenigen, die sonst immer nach mehr Wohnungsbau rufen.

