Der geplante Abriss des sogenannten Wittwer-Hauses schlägt seit Wochen hohe Wellen in Medien und Gesellschaft. Auch die FDP-Fraktion erreichen regelmäßig Zuschriften, die in schärfer werden-dem Ton den Erhalt des baufälligen Betongiganten des Brutalismus fordern. Stadtrat Dr. Cornelius Hummel, Baupolitischer Sprecher, fasst unsere Position zu dem Thema so zusammen:
„Unserer Ansicht nach wird das Thema zu einem größeren gemacht als es ist. Das Wittwer-Haus entspricht nicht mehr den aktuellen Standards für Brandschutz- und Erdbebensicherheit. Es geht hier also schlicht darum, dass ein privater Eigentümer, in Absprache mit dem Baurechtsamt, zu dem Schluss gekommen ist, aus wirtschaftlichen Überlegungen das Gebäude zugunsten eines Neubaus abzureißen. Damit ist das Thema für uns beendet – politische Einmischung nicht notwendig. Nostalgisches Bedauern können wir zwar verstehen, sollte aber nicht Maßgabe für moderne Stadtentwicklung sein – vor allem dann nicht, wenn es sich um Privateigentum handelt.“
Die FDP-Fraktion plädiert dafür, die emotional geführte Debatte um das Gebäude beizulegen und die Eigentümerin Dinkelacker AG bei ihrem Bestreben zu unterstützen, die überdimensionierten Einzelhandelsflächen hin zu einem zeitgemäßen Nutzungsmix zu entwickeln. Dr. Hummel weiter: „Unser Vorschlag für die selbsternannten Denkmalschützer: handelt mit der Dinkelacker AG einen Pachtvertrag inklusive Übernahme sämtlicher Risiken aus und kümmert euch um das verfallende Gebäude. Dem Eigentümer in seine Verantwortung reinreden fällt vermutlich deutlich leichter als sie selbst zu übernehmen.“
