Seit Jahren ringen Rat und Verwaltung um eine Lösung für rund zwei Kilometer Straße zwischen Degerloch und Schönberg: das Königsträßle. Bereits vor zwei Wochen hat die Verwaltung im zuständigen Ausschuss sieben Varianten präsentiert. Erneut vertagt wurde daraus nun der Kompromissvorschlag Fahrradstraße innerorts, 40 km/h außerorts. Wir haben dem nicht zugestimmt, weil dadurch nun Kosten in Höhe von mindestens 200.000 Euro entstehen, wenigstens aber würde das jahrelange Tauziehen auf der Mikroebene endlich zu einem Ende kommen. Hier liegt nämlich das eigentliche Problem: Prozesse werden verschleppt, überreguliert und zerredet – die Umsetzung lässt dann mitunter Jahre auf sich warten. Also Haken dran, nächstes Projekt in Angriff nehmen?
Leider nicht, denn der BUND wittert einen Rechtsbruch und kündigt eine Klage gegen außerorts 40 km/h an, die bei Erfolg ironischerweise eine Anordnung von 60 km/h bedeuten würde. Der BUND stellt damit einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, was man von ihm und anderen Umweltlobbyverbänden seit Jahren kennt: sie betreiben mit ihrer Klagepraxis ein erfolgreiches Verhinderungsgewerbe und ersticken pragmatische Lösungen und demokratisch getragene Kompromisse im Kern. Wir würden uns wünschen, der BUND und seine Gesinnungsgenossen würden sich lieber aktiv an Fortschritt und Gestaltung beteiligen, anstatt mühsam erarbeitete Pläne mit Klagen zu torpedieren.
