Zehntausende Besucher haben auch dieses Jahr wieder den historischen Volksfestumzug durch Cannstatt genossen. Über 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Landwirtschaft, weiteren traditionsreichen Berufen und Vereinen der Brauchtumspflege haben für ein buntes Spektakel gesorgt.
Eine Tradition, die immer wieder von einer lauten Minderheit nicht nur kritisiert, sondern auch aktiv gestört und gefährdet wird. Der Vorwurf: Tierquälerei an den rund 100 am Umzug beteiligten Pferden, Eseln, Schweinen und anderen landwirtschaftlichen Nutztieren. Tiere, die seit ihrer Geburt an menschlichen Kontakt und Pflege gewöhnt sind, deren „Beruf“ oft das unmittelbare Zusammenwirken mit Menschen ist – etwa die vielen Kutschpferde, die den Umzug bereichern.
Forderungen nach dem vollständigen Ausschluss von Tieren beim Volksfestumzug werden auch im Gemeinderat von bekannter Seite laut. Dem können wir nicht zustimmen. Das Volksfest führt seine Entstehung unmittelbar auf eben jene landwirtschaftlichen Traditionen zurück, zu denen die Tiere seit Jahrhunderten untrennbar dazugehören. In Zeiten gesellschaftlicher Spaltung kommt der Brauchtumspflege eine vereinende Rolle zu, die es zu unterstützen gilt. Wir danken dem Cannstatter Volksfestverein und der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart für einen gelungenen Volksfestumzug und wünschen uns ein weiterhin erfolgreiches und friedliches Volksfest.

