Oper – Staatstheatervertrag ohne Zukunft?

Tagesordnungspunkt 2 im heutigen Gemeinderat: Vorprojektbeschluss Neubau Interimsstandort Württembergische Staatstheater (WST) – abgesetzt. Wieder einmal. Die Landes-CDU stellt sich quer – preislich „nicht mehr vertretbar“. So weit so richtig, bei der Kostenkritik endet jedoch unsere Zustimmung. Die neu angesetzte Expertenrunde heißt übersetzt vor allem eines: es verstreicht weitere Zeit, in der der Littmann-Bau bröckelt, grundsätzlich überzeugende Pläne verstauben und Opernfans sowie -angestellte in eine ungewisse Zukunft blicken. Wir haben daher einen Kostendeckel von 1 Mrd. Euro für das Projekt beantragt und gleichzeitig appelliert, endlich loszulegen. Wir stehen zur Oper und ihrer Bedeutung für die Stadt, jetzt ist das Land in der Pflicht, sich ebenfalls zu positionieren – spätestens bis Ende des Jahres.

Andernfalls sehen wir den ursprünglichen Sinn des Staatstheatervertrages in Frage gestellt. Eine paritätische Zusammenarbeit bei Betrieb und Sanierung sollte eine faire Aufteilung von Kosten und Nutzen der Oper zwischen Stuttgart und dem Land schaffen. Berechtigten Einwänden, dass ganz Baden-Württemberg nicht allein für die Stuttgarter Oper – übrigens vollständig Eigentum des Landes – aufkommen darf, sollte mit dem Vertrag begegnet werden. Wenn nun jedoch die Landesregierung nicht mehr bereit scheint ihre Hälfte zu tragen, muss grundsätzlich über den Vertrag nachgedacht werden.