Das Stuttgart-Sign ist vom Tisch – zumindest vorerst. Zu groß der öffentliche Druck, zu gravierend die Einschnitte an wichtigerer Stelle. Etwa bei den Stuttgarter Vereinsbädern, die nun mit den Mitteln für das Stuttgart Sign finanziert werden sollen. Höchste Zeit für diese Erkenntnis, schrieben wir doch hier im Amtsblatt schon am 30. April, als es um die bedrohte Zukunft der Vereinsbäder ging: „Stuttgart-Sign, SMIC, massive Fördermittel für grünen Solar- und Heizungsbau, die nur Mitnahmeeffekte für Gutverdiener bedeuten – all das und mehr sollte trotz prekärer Haushaltslage unbedingt durchgedrückt werden. Jetzt zeigt sich, was dafür auf der Strecke bleibt.“
Grund zum Feiern ist diese späte Erkenntnis keineswegs, die halbe Million für das Stuttgart-Sign ist nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Täglich fast zwei Mio. Euro Minus weist der städtische Haushalt aus. Zwei Millionen, die jeden Tag mehr ausgegeben werden, als die Stadtkasse an Einnahmen verzeichnet. Zwei Millionen täglich, die mit keiner Steuererhöhung der Welt auszugleichen sind. Es hilft nur, was wir während der vergangenen Haushaltsberatungen als Grundsatz für einen zukunftsfähigen Haushalt identifiziert haben: drastische Sparmaßnahmen. Wir hoffen, das Stuttgart-Sign ist nur der Anfang und die Grünen werfen als Bündnispartner der CDU ebenfalls einen kritischen Blick auf ihre Lieblingsspielzeuge.
